Reihe Phönixfeder

Roman. Aus dem Koreanischen von Heike Lee und Lee Tae Hoon

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Korea in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Zeit ist aufregend, eine Periode des Umbruchs. Seit 1910 ist Korea japanische Kolonie, die Provinz Chōsen. Die Transformation der gesamten Gesellschaft ist in vollem Gange, als Hijun – Hauptfigur des Romans und in vielerlei Hinsicht Alter Ego des Autors – in seinem Heimatdorf eintrifft und sich begeistert daran macht, die Bauern für die neuen Ideen der Modernisierung zu begeistern. Ernüchterung ist vorprogrammiert, wenn mit jahrhundertealten Traditionen gebrochen werden soll. Den unschätzbaren Wert des Romans macht die plastische und realitätsnahe Schilderung des bäuerlichen Lebens jener Zeit aus.

Wenn die Bedeutung der zur Kolonialzeit entstandenen Literatur darin liege, eine Antwort auf die Herausforderungen der damaligen Zeit zu liefern, dann sei, so urteilte ein südkoreanischer Literaturkritiker unlängst, Yi Kiyongs Roman Heimat (Ko-hyang 고향, 故鄉) ein Werk, das jene Periode in aller Schärfe widerspiegle.

In Fortsetzungen wurde Heimat ab November 1933 zunächst in der koreanischen Tageszeitung Chosun Ilbo abgedruckt und erschien 1936 als Buchausgabe. 1955 brachte der Autor eine leicht uuml;berarbeitete Fassung in Nordkorea heraus, wohin er 1946 einer Einladung Kim Il Sungs folgend übergesiedelt war. 2005 erschien der Roman in einer auf dem Fortsetzungsroman und der Buchausgabe von 1936 basierenden Neuauflage in Südkorea, der die vorliegende Übersetzung folgt.