Reihe Phönixfeder

Roman

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Zum Inhalt

China um die Jahrtausendwende: die früh verwitwete SU Qing mit ihren zwei Kindern lässt sich auf eine heimliche Beziehung mit dem Witwer DING Bogang ein, der auch zwei halbwüchsige Kinder hat. Immer samstags abends treffen sich die beiden Familien zu einem „Dinner zu sechst“, aber in der moralischen Enge des Nanjinger Industrieviertels ist für die Beziehung der Eltern kein Platz.

Die Kinder des Paares, die ehrgeizige Xiao Lan und der lethargische Chenggong, beginnen ebenfalls eine heimliche Romanze, die sich über mehrere Jahre hinzieht. Ein schwerer Chemie-Unfall wird zum tragischen Wendepunkt der Beziehung.

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der sechs Familienmitglieder erzählt und reflektiert. Es geht um Liebe, Verlangen, Sehnsucht nach Geborgenheit, enttäuschte Hoffnungen und gescheiterte Lebensentwürfe.

Chinas rasante Wirtschaftsentwicklung in den „wilden Neunzigern“ schuf ungeahnte Möglichkeiten und persönliche Freiheiten, bedeutete für viele aber auch Arbeitslosigkeit und den Verlust sozialer Sicherheiten. In einer sich brutal verändernden Welt müssen die sechs um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Zur Autorin

LU Min 鲁敏 wurde 1973 in Dongtai in der Küstenprovinz Jiangsu geboren. Nach unterschiedlichen Tätigkeiten als Postangestellte, Sekretärin und Journalistin in Nanjing veröffentlichte sie 1998 ihre erste Kurzgeschichte. Für ihre Kurzgeschichten und Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet; für ihren Roman Liuren wancan 六人晚餐 („Dinner zu sechst“) erhielt sie 2012 den Volksliteraturpreis, 2017 wurde der Roman in China verfilmt. LU Min lebt in Peking.

Zum Übersetzer

Heiko Lübben, geboren 1959 in Bremen, studierte Sinologie, Japanologie und Volkswirtschaft und hat in den neunziger Jahren in dem Industriegebiet in Nanjing, in dem der Roman spielt, in einem Chemie-Joint Venture gearbeitet. Er lebt in Mannheim.