Reisetagebücher

von

Die hier veröffentlichten Texte aus dem Nachlass sind für sein Werk besonders aufschlussreich. Als Reisebericht werden sie in diesem Band zusammengefasst, obwohl Camus selbst sie nicht als Einheit betrachtete: die Aufzeichnungen über die Reise in die Vereinigten Staaten (1946) mit einem Abstecher nach Kanada waren chronologisch in der Folge der sogenannten Carnets eingereiht, während das Tagebuch über die Reise nach Südamerika (1949) möglicherweise dazu bestimmt war, in einem ausführlichen Bericht verwendet zu werden.
Camus sieht die Vereinigten Staaten mit den Augen des Europäers der unvermittelbaren Nachkriegszeit, der sich nach fünf Jahren der Finsternis unvermittelt in einem von Licht und Reichtum überfluteten Land findet, wo alles darauf abzielt, zu beweisen, daß das Leben nicht tragisch ist. Die oft nur andeutungsweise zwischen den Zeilen gezogenen Vergleiche führen Camus dazu, die Beschäftigung mit dem Roman „Die Pest“ zu investieren und die Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus zu vertiefen. So wird dieser Bericht auf vielfältige Weise für den heutigen Leser zu einem fesselnden Erlebnis.