Schau heimwärts, Engel

von

„Home, sweet home“ – wie nah ist die Familie Grant zuweilen ihrem Glück! Wenn sich die Kinderschar vollzählig an der üppig gedeckten Tafel einfindet, könnte das häusliche Leben kaum inniger sein. Doch der Schein trügt. Hinter den Ritualen der Zusammengehörigkeit lauern Missgunst, Überdruss, tiefe Entzweiung: hier der jähzornige Vater, ein Quartalssäufer; dort die Mutter, eine Krämerseele, die das familiäre Idyll ihrer unstillbaren Raffgier opfert. Mit fassungslosem Staunen werden wir Zeugen all den großen und kleinen Dramen des Grant’schen Familienalltags, der chronischen Zerwürfnisse zwischen den Eltern, aber auch der Hassliebe unter den Geschwistern.

Thomas Wolfes Portrait einer Familie im permanenten Ausnahmezustand ist einer der vitalsten und faszinierendsten Romane über die Vereinigten Staaten, vielleicht der amerikanischste, der je geschrieben wurde. Aufs Exemplarische erwächst aus der drei Generationen überspannenden Familienchronik ein pralles Zeit- und Sittenbild der USA an der Schwelle zur Moderne, eine Erkundung prägender Mythen und Mentalitäten des Landes und ein Hymnus auf dessen nie versiegender Vitalität.