Studien zum geistlichen Werk Otto Nicolais

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Das kompositorische Schaffen Otto Nicolais (1810–1849) steht zweifelsfrei im Schatten seiner letzten Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Dabei wurde er ursprünglich zum Kirchenmusiker ausgebildet und schuf ein breites Spektrum geistlicher Musik. Trotz der zentralen Bedeutung innerhalb seines Oeuvres rückten diese Kompositionen bislang nur vereinzelt ins Blickfeld der Wissenschaft. Mit der vorliegenden Arbeit wird diese Forschungslücke geschlossen und erstmals das gesamte geistliche Werk des früh verstorbenen Komponisten untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Genese und Rezeption der einzelnen Kompositionen, aber auch analytische Aspekte werden thematisiert. Es werden musikalische Vorbilder benannt und stilistische Eigenheiten herausgearbeitet, die in ihrer Gesamtschau helfen, das Werk Nicolais besser zu verorten. Dank neuer Quellenfunde können zugleich biographische Einzelheiten präsentiert werden, die zum Teil bisher fehlerhafte Annahmen richtigstellen. Eine wesentliche Informationsquelle zu Leben und Werk Nicolais stellen seine Briefe dar; der Arbeit ist daher ein aktualisiertes Briefverzeichnis beigegeben. Zudem sind mehr denn zwanzig Briefe Otto Nicolais wiedergegeben, darunter bislang unbekannte Briefe an die preußischen Könige Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV.