„Fluchwürdig Schicksal des Soldaten! Wo / Er hinkommt, flieht man vor ihm – wo er weggeht, / Verwünscht man ihn! Er muß sich alles nehmen; / Man gibt ihm nichts, und jeglichem gezwungen / Zu nehmen, ist er jeglichem ein Greuel“, klagt Wallenstein in Schillers nach ihm benannten Drama. Was er vor rund 200 Jahren in wenigen Versen auf den Punkt gebracht hat, gilt heute noch: In dem Leben eines Soldaten im Krieg gibt es nur wenige Momente der Freude. Der hier auf musikalischem Wege porträtierte Soldat erlebt solche Momente zum Beispiel im Tanzlokal (S. 4); der Rest seines Lebens ist überwiegend geprägt von Gefühlen wie Angst und Trauer, aber auch von Wut.
Die den vorliegenden Stücken zugrunde liegenden außermusikalischen Inhalte sind – anders als beispielsweise bei Mussorgskys Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“, der Viktor Hartmanns Gemälde und Zeichnungen beschreibt – nicht gegeben durch eine konkrete Vorlage. Die Titel dieser sieben kurzen Stücke liefern jeweils Hinweise auf temporäre Lebensituationen oder die Erlebnisse eines Soldaten, der zunächst anonym ist, durch Ihre Interpretationen jedoch näher charakterisiert wird.
Um mehr Freiheit bei der Interpretation zu ermöglichen, habe ich bewusst nur wenige Vortragsbezeichnungen verwendet; die Tempoanweisungen sind als grobe Richtwerte zu verstehen. Bei dem Stück „Die letzten Stunden“ (S. 15) habe ich auf genauere Angaben gänzlich verzichtet, sodass sich vielfältige Möglichkeiten eröffnen. Denkbar wäre zum Beispiel ein dynamischer Auf- und Abbau. Hier ist Experimentierfreude angesagt!
- Veröffentlicht am Montag 13. Juni 2016 von epubli
- ISBN: 9783741822513
- 20 Seiten
- Genre: Film, Musik, Sachbücher, Theater
