Theresienstädter Requiem

Novelle

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Im Lager Theresienstadt, 1944: Der Dirigent Rafael Schächter schafft es trotz zahlreicher Widerstände und Opfer mit einem Chor aus jüdischen Mithäftlingen Verdis »Messa da Requiem« aufzuführen. Im Publikum sitzen SS-Leute, der Lagerkommandant und Adolf Eichmann. Aus der Aufführung der mehrfach umgearbeiteten Totenmesse wird ein Aufschrei – »Dies Irae«, »Tag des Zorns«, »Libera Me«, »Freiheit für uns!«, schleudern die Sängerinnen und Sänger ihren Feinden entgegen. Sie bewahren in der Kunst ihre Würde.
Josef Bor war selbst in Theresienstadt inhaftiert und überlebte als einer der wenigen Augenzeugen. Aus den historischen Ereignissen formte er eine schlichte, bewegende Novelle und setzte so den ermordeten Juden ein Denkmal. Geradezu filmisch konzentriert sich die Erzählung auf wenige Schlüsselszenen und bleibt stets nah an dem Protagonisten Rafael Schächter. Nach ihrem Erscheinen im Jahr 1963 wurde sie umgehend in mehr als 14 Sprachen übersetzt.