Triumph des Unsterblichkeitwillens

von

Grundzüge der Philosophie Mathilde Ludendorffs mit einem dichterischen und einem Prosateil. Sie geht davon aus, dass die religiösen Vorstellungen der Vergangenheit entscheidend beinflusst sind durch die in jedem Menschen lebende Unsterblichkeitssehnsucht, die sich mit der Tatsache des körperlichen Todes auseinanderzusetzen versucht. Der Mensch schuf sich im religiösen Mythos den Trost des Glaubens an ein ewiges persönliches Fortleben nach dem Tode, ohne sich dessen bewusst zu werden, dass ein endloses Daseinsmuss als bewusstes Einzelleben keine Erlösung, sondern eher eine Folter bedeuten würde. Nachdem die Wissenschaft die Bindung des Ich-Bewusstseins an lebendige Hirnzellen erkannt und den Mythos von der unsterblichen körperlosen Seele zerstört hat, brachte der Darwinismus als neuen Trost für das persönliche Todesmuss die Lehre von der Unsterblichkeit der Gattung. Aber auch dieser Ersatz vermag die Sehnsucht des einzelnen Menschen nicht zu stillen, weil sie im Erberinnern der Seele unlösbar verankert ist. Und das ist nun das Ergreifende an dem Werk Mathilde Ludendorffs, dass sie dem Menschen mit einer noch nicht erlebten Klarheit den Weg zu einer Vergeistigung seines Unsterblichkeitswillen zeigt, die zugleich seine Erlösung und Erfüllung bedeutet.