Unterwegs zu den Geschichten

von

Gert Loschütz berichtet in diesem Buch von Aufbrüchen zu neuen Orten ebenso wie zu neuen Geschichten: Fahrten nachts über das Land; die Flucht dreier Frauen vor der Polizei; ein Mann, den eine seltsame Furcht aus seiner Wohnung vertreibt; eine erschreckende Entdeckung auf dem Friedhof; ein Mann, der aus seinem unstillbaren Hunger einen Beruf gemacht hat; ein Hilferuf, der in eine Parkbank eingeritzt ist; eine langsame Trennung im Herbst; der Versuch einer Rückkehr an den Ort der Kindheit. Es sind Geschichten von Orten und Leuten, Unterwegsgeschichten, von denen einer wie nebenbei berichtet, bevor er weiter muss. Auf dem schmalen Grat zwischen Erinnerung und Beobachtung angesiedelt, schwanken sie zwischen erfundenen und erfahrenen Erlebnissen. Es sind sowohl kleine Geschichten, die sich in einen größeren Zusammenhang einfügen, als auch längere Erzählungen. Das Grenzgebiet zwischen dem Erleben und dem Ausdenken, zwischen dieser und jener Welt, wird genutzt und nach beiden Seiten hin verlassen, denn schon im Moment des Notierens beginnt das Umformen, das literarische Erzählen, für das die Wirklichkeit nur Material ist. Dem glücklichen Zufall, der im Leben über Veränderung entscheiden kann, wird hier ebenso nachgespürt wie dem zufälligen Glück beim Überschreiten der Grenze im Schreiben.