Verhandlungen mit Mordsfrauen

Geschlechterpositionierungen im "Frauenkrimi"

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Unter dem Label ‚Frauenkrimi‘ werden in den 1980er und 1990er Jahren vorübergehend neuere Krimis von Frauen vermarktet.Als ‚Sisters in Crime‘ beziehungsweise ‚Mörderische Schwestern‘ organisiert, setzen sich die Autorinnen dieser Texte erfolgreich für die Förderung weiblichen Krimischaffens ein und entwerfen Figuren jenseits traditioneller Geschlechterrollen. Ob Kommissarin oder Forensikerin, Privatermittlerin oder Amateurin, Täterin oder Rächerin: allen Protagonistinnen gemeinsam sind Unerschrockenheit, Handlungsfähigkeit und ein Sensorium für Genderfragen. Der ‚Frauenkrimi‘ wird so zum Ort der Verhandlung von neuen Geschlechterpositionierungen.Diese ’new wave of crime writing‘ findet in allen Krimisubgenres, intermedial und international Verbreitung. Die grosse öffentliche Aufmerksamkeit und die damit verbundenen, mitunter heftigen Kontroversen, die zum Teil bis heute andauern, sind Gegenstand der Studie. Zur Analyse der textinternen und -externen Verhandlungen werden international verbreitete angelsächsische ‚Frauenkrimi‘-Serien sowie Verlagsunterlagen, Werbeanzeigen, Mailinglisten, Leserbriefe, Rezensionen und Forschungsarbeiten aus dem deutschen und englischen Sprachraum beigezogen.