Vom Küssen der Kröten

Und andere Zwischenfälle

von

Witz, Satire und die Lust an absurden Kontrasten: In seinen Glossen sieht Hellmuth Karasek der
Zeit beim Vergehen zu und versucht, wenigstens die Komik festzuhalten. ‚Karasek ist eine Erzählernatur.‘ Felicitas von Lovenberg, F.A.Z.
Eigentlich küsst man Kröten nicht – man schluckt sie als unangenehme Wahrheiten hinunter. Nur Frösche küsst man – im Märchen, damit sie sich in Prinzen verwandeln. Doch die Glosse verhält sich zur Realität so, als müsste ihr Autor dauernd Kröten schlucken. In Karaseks Sprachzoo existieren seltsame Wesen: lupenreine Gasprom-Demokraten, Problembären wie Bruno und Stoiber, Politiker als Kellner und Köche. Seine Glossen sind aus der Froschperspektive erzählt, nach dem lateinischen Sprich-wort: ‚Quamquam, sunt sub aqua, sub aqua maledicere temptant.‘ Das ist lautmalerisch und bedeutet: Selbst beim Unter-gehen im Wasser quaken die Frösche üble Nachrede – eben Glossen.