waldgut lektur (le)

von

Hier geht es um Heimat in vielfältigster Form: gewählte Heimat, verlassene Heimat, entfremdete Heimat, Sehnsucht nach Heimat, Enttäuschung über die Heimat, das Finden einer Heimat, Heimat im Plural.
Nachdem sich Jochen Kelter in dem Essay-Band Ein Vorort zur Welt (2007) mit seiner Schweizer Wahlheimat kritisch und zugleich liebevoll auseinandergesetzt hat, beschäftigt sich der in Köln geborene Autor in diesem zweiten Band mit Deutschland und Frankreich, seinen Herkunfts- und Wohnländern. Das Studium in Konstanz ab 1968, das Berufsverbot wegen mangelnder Verfassungstreue 1974, das jahrzehntelange Pendeln zwischen dem Schweizer Thurgau und Paris – diese und andere Lebensstationen werden in den Essays dieses Bandes behandelt. Der Kampf gilt Verdrängung und Scheinheiligkeit, die Sehnsucht dem Gefühl, zu Hause zu sein, nach Hause zu kommen. Poetisch bis provokant, anklagend bis versöhnlich schildert Jochen Kelter sein Leben über die Grenzen. Denn Grenzen, die ein Heimatgefühl vom anderen trennen wollen, kann er nichts abgewinnen. Er wohnt an einem Ort unterm Himmel – verbunden mit der Welt, grenzenlos.

Band I: Im Herbst 2007 erschien der erste Band dieser Reihe mit Essays und Texten von Jochen Kelter im Waldgut Verlag: Ein Vorort zur Welt (2007).