Wehmeiers große Fahrt

Erzählung

von

Michael Wehmeier – Mitte dreißig, Verwaltungsangestellter – hat endlich die Chance, von der er seit langem träumt: die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch und damit die Aussicht auf einen besseren Job und ein spannenderes Leben in seiner Traumstadt Hamburg.
Doch sein Optimismus ist nicht von Dauer: Schon in Duisburg, wo er umsteigen muss, kommen ihm Zweifel an seinem Entschluss, und sein Start in die neue Zukunft gerät ins Wanken. Er verschiebt die Weiterfahrt einmal und dann immer wieder, so dass sein Aufenthalt schließlich den ganzen Tag dauern wird.
Am Ende dieses Tages hat er Geld, Ziel und Glaube an sich selbst verloren. Unvermittelt zählt er zu jenen, auf die er zuvor noch großspurig herabsah: den Gestrandeten im Hauptbahnhof einer Großstadt.