Ein Amtsdiener des Außenministeriums auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Woran scheiterte er, als er offenbar sein Gedächtnis bei einem Sturz von der Brücke verlor? War es unerfüllte Liebe, hat er sich eines Verbrechens schuldig gemacht oder war es seine mangelnde musikalische Begabung?
Vor dem Hintergrund des Wettstreites zwischen Sprache und Musik wandert er namenlos durch Gegenwart und Vergangenes, Aktenträger auch der Schicksale vieler Anderer. Als Leitmotiv, abgewandelt in den Kapitelüberschriften, die Einleitung zu Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus: Die Welt ist alles, was der Fall ist. Erst aufgrund des immer stärker werdenden Wandertriebes und des reinigenden Feuers, das die Vergangenheit verbrennt, gelingt ihm die Befreiung.
Nur in Wien kann sich eine derartige Handlung entfalten, die Auferstehung wird ja sonst verdrängt in einer Stadt, wo der Weg von der Gentzgasse zum Zentralfriedhof über die Berggasse führt. Der Wanderer überwindet den Zentralfriedhof als Endpunkt, indem es ihn zum dahinter liegenden Flughafen drängt, um dieser Stadt, die für Vergangenheit und Zeitreisen ins eigene Ich steht, zu entkommen und die Reise in die Welt anzutreten.
Schubert ist auf der Wanderung präsent, zum Teil im Wettstreit mit Robert Schumann, ebenso aber auch andere Komponisten von Bach bis Krenek und Schriftsteller, die des Wanderers Fantasie in teilweise abgewandelten Zitaten begleiten, denn: „Zitate sind ein probates Mittel, um die Zensur zu umgehen, auch die Zensur des Verstandes“.
- Veröffentlicht am Mittwoch 12. März 2008 von novum publishing
- ISBN: 9783850222129
- 154 Seiten
- Genre: Belletristik, Erzählende Literatur
