Zwirbeln, was es hält

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Nach zwei Prosabänden legt Christian Steinbacher wieder Gedichte vor. Neben den „leichtfüßigen Flecken und Flocken“ zu Beginn finden sich versponnene „Künststücke“ ebenso wie Gedichte, die zugleich freundlich gesonnene Persiflagen auf Kollegen wie etwa Paul Wühr oder Oskar Pastior sind. Schwamm darob greift ins Erotische, aber auch in den Witz. In den Flanken der so genannten Siebe eliminiert das vergängliche Hirn einen Buchstaben. Ein Kapitel bringt schließlich Hausgemachtes: Baklava und Hagelsalz treten auf; stumme Korken und stille Besen kommen zum Vorschein. Das beschließende Langgedicht besingt einen kleinen Spaziergang durch einen sehr durchschnittlichen Tag und lässt die ganze Sammlung in einem „Alltag aus Cinch-Kabel“ Strauchbegonie und Tatort-TV landen.
Poesie liegt nicht im Besonderen des Welt-Details, sondern im besonderen Blick darauf, sagt der Autor. Er setzt die ganze Palette des poetischen Handwerkszeugs ein, versucht dabei immer wieder „neue“ Formen zu entwickeln, bedient sich aber auch bei Sonett, Akronym und Akrostichon.