Masterpiece

17 Erkenntnisse über Leander Blum | Irmgard Kramer besprochen von los_lesen am 11. März 2018.

Bewertung: 5 Sterne

„17 Erkenntnisse über Leander Blum“ ist Irmgard Kramers aktueller Jugendroman, der im Loewe Verlag erschienen ist. Der Klappentext machte mich neugierig. Ich erwartete eine sowohl unterhaltsame als auch anspruchsvolle Geschichte für jugendliche Leser und wurde bereits auf den ersten Seiten diesbezüglich nicht enttäuscht. Irmgard Kramers Schreibstil liegt mir sehr, man kann die Passagen flüssig lesen, der Spannungsbogen bleibt während der ganzen Geschichte hoch, flaut nicht ab und hat mich immer wieder gepackt und mitgerissen. Doch dann… Nein halt, stopp. Ich erzähle euch erst einmal um was es in der Geschichte überhaupt geht.

Die Handlung dreht sich um die beiden Hauptprotagonisten Leader und Jonas. Sie stehen kurz vor dem Abitur und ihre Familien kennen sich schon seit der Geburten ihrer Söhne. Die beiden Jungs haben ihr bisheriges Leben miteinander verbracht und auch eine gemeinsame große Leidenschaft entwickelt, das Zeichnen. Besser gesagt schlägt ihr Herz für die Kunst im Allgemeinen und dem Sprayen von Graffitis im speziellen. Beide sind in ihren jungen Jahren bereits richtige Künstler. Doch halten sie ihr Können geheim. In der Öffentlichkeit erwecken sie den Eindruck zwei linke Hände zu haben. Jonas und Leander möchten nicht in den Kreis möglicher Verdächtigter geraten, wenn wieder einmal neue Graffitis an illegalen Stellen entdeckt werden. Das neue Projekt der beiden ist es, eine Wand für ihr großes gemeinsames Kunstwerk, das sogenannte Masterpiece, zu finden. Leider gestaltet sich sowohl die Suche nach einem geeigneten Ort als auch die finanzielle Umsetzung des Projekts als sehr schwierig. Hinzu kommt, dass Leander mit gesundheitlichen Problemen, über die er sich keine Gedanken machen möchte, zu kämpfen hat. Aber auch mit Jonas scheint irgendetwas nicht in Ordnung zu sein. Zu dieser Zeit lernen die jungen Männer, ein Mädchen mit sehr langen blonden Haaren kennen. Um Leander ist es sofort geschehen. Er verliebt sich bis über beide Ohren in sie und „tauft“ die schöne Unbekannte auf den Namen „Rapunzel“. Jonas warnt seinen Freund von Anfang an sich nicht mit ihr einzulassen. Doch Leander lässt sich nicht aufhalten.

Und während ich gerade total in die Geschichte vertieft bin und bereits den weiteren Verlauf in Gedanken vorwegnehme, kommt es buchstäblich zu einem großen „Knall“. Der Roman nimmt eine so plötzliche und völlig unerwartete Wendung, dass ich wirklich wie vom Donner gerührt auf meinem Stuhl saß. So etwas ist mir schon lange nicht mehr passiert. Irmgard Kramer gelingt es den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen, um dann die Leserschaft mit einem Paukenschlag heraus zu reißen als wollte sie damit sagen „halt Moment mal, hört auf zu träumen, schaut mal genau hin um was es eigentlich geht.“ Ein bisschen wie bei Brecht im Theater. Neben überzeugenden Charakteren, deren Gefühlschaos man als Leser mit „durchlebt“, erhält man einen kleinen Einblick in die Streetartszene und wünschst sich, zumindest ein bisschen, ebenfalls malen zu können.

 

Fazit:

Eines meiner Lesehighlights, das mich zu Tränen rührte!

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