Aufklärung im Miniaturformat

Die Himmelskugel | Olli Jalonen besprochen von Heike Lucas am 28. März 2021.

Bewertung: 5 Sterne

„Ich habe die Lehren des Herrn Pastors noch in mir, aber jetzt kommen die Lehren von Herrn Halley auf die vorigen drauf und erscheinen mir mittlerweile wahrer zu sein. Es ist trotzdem schwer, weil beide in mir sind und ich beiden gehorchen will“

Wundervoll schildert Olli Jalonen den Beginn der Aufklärung. Wir schreiben das Ende des 17. Jahrhunderts. Während in London bereits die Royal Society gegründet wurde, lebt Angus mit seiner Familie auf der Insel St. Helena, weit draußen im atlantischen Ozean, ein Zwischenstopp auf der Route nach Indien. Ein fast noch ursprünglicher Ort, hinter den Hügeln der Insel wird das Paradies auf Erden gesucht.

Edmond Halley, ein aufstrebender Wissenschaftler aus London, möchte diesen Ort für seine Sternbeobachtung nutzen und kommt zu diesem Zweck bei Angus‘ Familie unter, auf einem kleinen Hof nahe seiner Beobachtungsstätte. Dies ist die Chance für den siebenjährigen Sohn: Halley lehrt ihn das Zählen und später auch das Rechnen, damit Angus bei den Beobachtungen unterstützen kann. Wissenschaftliches Arbeiten ist hierbei das A und O.

Einige Jahre später, Halley ist schon längst von St. Helena abgereist und mittlerweile prominentes Mitglied der Royal Society, zieht Angus mit seiner Familie zum Pastor der Insel. Dieser hilft ihm sein Wissen zu erweitern und bringt ihm lesen und schreiben mithilfe biblischer Texte bei.

Doch St. Helena wird für die Familie immer unsicherer. Angus‘ Mutter entschließt sich ihren Sohn nach London, zu Edmond Halley, zu senden. Bei Herrn Halley angekommen entzweien ihn Religion und Wissenschaft immer mehr. Eine Aufklärung im Miniatur-Format.

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