Leider etwas enttäuschend

Eine fast perfekte Welt besprochen von Miriam am 18. März 2020.

Bewertung: 3 Sterne

Der Roman fing vielversprechend an, Ester wartet am Bahnhof auf ihren Verlobten, der nach dem zweiten Weltkrieg aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Als aus dem Zug jedoch ein Mann aussteigt, den sie kaum wieder erkennt, geht sie unbemerkt zurück nach Hause. Die Verlobung löst sie jedoch nicht.
Ich war gespannt, wie es weitergeht mit der Geschichte von Ester und Raffael, doch gleich danach fingen die Probleme des Romans an.
Es wurde alles nur flüchtig und verwirrend geschrieben, weder bekam man einen wirklichen Einblick in Esters Gefühle noch in Raffaels.
Dann der Sprung in die nächste Generation. Aber auch hier werden weder Charakter noch Motivation von Felicita, der gemeinsamen Tochter, wirklich nachvollziehbar ausgearbeitet. Mal hat man das Gefühl, sie hat vielleicht wirklich heraus, wie das mit dem Glück funktioniert, mal kommt sie einem einfach nur einfältig vor.
Insgesamt wirkt die Geschichte schnell herunter geschrieben, Zeitangaben fehlen fast völlig und ich habe bis zum Schluss gerätselt, wer nun (wenigstens circa) wann geboren ist und wie alt an einem beliebigen Punkt des Buches.
Wie oben beschrieben, bleiben die Figuren blass, vielleicht sind es auch einfach zu viele Generationen für zu wenig Seiten.
Auch die Dialoge wirken leider oft künstlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Person wirklich so spricht.
Pluspunkte bekommt der Roman für die stellenweise schönen Beschreibungen der sardinischen Landschaft und dem teilweise doch sehr schönen, poetischen Stil der Autorin.

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